ZAZDENÁ / MAUERSCHAU

Theater LETÍ Prag, spreeagenten Berlin und das Goethe Institut Prag präsentieren im Rahmen des Projektes After The Fall – Europa nach 1989 die Uraufführung von ZAZDENÁ / MAUERSCHAU von Barbora Vaculová am 14. September 2009 um 20 Uhr im Svandovo Theater Prag (Vor-Premiere am 8. September 2009 um 20 Uhr)

Regie: Susanne Chrudina und Martina Schlegelová
Musik: Ales Brezina
Bühne und Kostüme: Malve Lippmann
Dramaturgie: Marie Spalová
Es spielen: Anna Bubníková, Tereza Vilisová, Tereza Richtrová,
Claudia Schwartz, Pavlína Storková

Gefördert durch: Goehte Institut, Kultusministerium der Tschechischen Republik, Hauptstadt Prag, Deutsch- Tschechischer Zukunftsfonds, Stadtbezirk Prag 5, Svandovo Theater Prag

 

Trailer

Projekt After the Fall

Das Ziel des internationalen Theaterprojektes "After the Fall" ist es, das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls und die Folgen dieses Umsturzes für Deutschland und das ganze Europa ins Gedächtnis zu rufen. Goethe-Institute in 15 Ländern hatten Theater und Dramatiker angesprochen und haben somit 19 Autoren, die gesellschaftlich-politische Veränderungen in ihrer Heimat reflektierenden Theaterstücke geschrieben haben, und 17 Theatersubjekte, die die auf diese Art und Weise entstandenen Texte aufführen (werden), für das Projekt engagiert. Der einzige Vertreter der Tschechischen Republik in diesem internationalen Projekt ist das Theater LETÍ mit seiner Inszenierung Zazdená / Mauerschau. An dem Projekt nehmen weiter solche Theater wie z. B. Royal Court Theatre in London, Stary Teatr in Krakau, Abbey Theatre in Dublin oder Nationaltheater in Brüssel teil. Die Ergebnisse dieses außergewöhnlichen Projektes werden im Rahmen der internationalen Festivals in Mülheim, Dresden und anderer europäischen Festivals vorgestellt.

Authentizität und der "doppelte Blick"

Das Stück entstand in enger Zusammenarbeit der jungen Dramatikerin Barbora Vaculová und dem künstlerischen Team. Die Autorin hat authentische Ereignisse aus dem Leben und dem familiären Umfeld der Ensemblemitglieder verarbeitet. Das Team wurde so zusammengestellt, dass die Beteiligten persönlichen Bezug zum Thema der tschechisch-deutschen Beziehungen und der gemeinsamen jüngeren Geschichte haben. Grundlegend für die künstlerische Konzeption ist der doppelte tschechisch-deutsche Blick auf das Thema. Aus diesem Grunde wurde das Modell einer Doppel-Regie gewählt, mit zwei Regisseurinnen, deren Biografien beispielhaft die tschechisch-deutschen Verflechtungen widerspiegeln: Martina Schlegelová wurde in der Tschechischen Republik geboren, lebt und arbeitet dort. Ihre Familie stammt allerdings aus Deutschland. Susanne Chrudina wurde in Deutschland geboren, allerdings als Kind tschechischer Emigranten. Auch weitere Mitglieder des Ensembles sind Nachkommen von Eltern, die nicht von der gleichen Seite der »Mauer« herstammen. Der doppelte Blick setzt sich auch auf sprachlicher Ebene fort. Die Inszenierung verbindet auf der Bühne die Sprachen beider Länder. Dies ist ein weiteres Experiment: alle Schauspieler werden sowohl in ihrer eigenen, als auch in der fremden Sprache spielen, so dass jede Vorstellung für ein tschechisches wie auch für ein deutsches Publikum verständlich ist.

Bilder

 

Pressestimmen

"Ein Theater, das klug geschrieben und gut in Szene gesetzt ist, wobei es grundsätzliche Sachen betrifft."
Marie Reslová, Hospodářské noviny Tageszeitung

"ZAZDENA/MAUERSCHAU ist dank ihren historischen Exkursen, frischen Leistungen der Schauspielerinnen und dem Cabaret eine sehr angenehme Inszenierung. Teilweise ein Kinderspiel, teilweise wirklich pittoreske Schicksale, teilweise ein historisches Stück, teilweise ein Traum. Witzig, dynamisch, mit einer akkuraten Übersicht ..."
Vladimír Hulec, Theaterzeitung

"Die Damen, die da spielen, zeigen ihren Sinn für Rhythmus, das Timing für Gags und Selbstironie. Sie wisse nett, peinlich, niedlich und pfiffig zu sein. Es gelingt selten, dass ein internationales Projekt nicht künstlich wirkt und dass eine der Sprachen nicht störend wirkt. In diesem Falle ist das Ergebnis organisch und funktioniert gut als ein Ganzes."
Jana Soprová, Scena.cz